Ute Binder / Johannes Binder

Studien zu einer störungsspezifischen klientenzentrierten Psychotherapie

Mit einem Geleitwort von Ursula Strautmann

3. Auflage 1999, 468 Seiten, kartoniert

 20,30 �, 37,00 SFr

ISBN 3-88074-239-1

Nach 20 Jahren klinisch-psychotherapeutischer Praxis in Frankfurt veröffentlichen Ute und Johannes Binder ihre Studien zu einer klientenzentrierten Psychotherapie mit psychisch schwer gestörten Menschen. In ihrem Buch wenden die Autoren das Konzept von Carl Rogers auf die Arbeit mit Schizophrenen, psychosomatisch Erkrankten und depressiven Patienten an und entwickeln es weiter.

Ihr Ansatz zu einer störungsspezifischen Psychotherapie stellt den Versuch dar, spezielle, auch ambulant anwendbare Behandlungsformen für spezielle Störungen zu entwickeln. Indem sie von einem inhaltlichen Verständnis von Störungen ausgehen und darauf bezogene therapeutische Konzepte entwerfen, füllen sie eine zentrale Lücke klientenzentrierter Psychotherapie.

Mit dieser Arbeit gelingt Binder und Binder in überzeugender Weise ein praxis- und theorierelevanter Entwurf psychotherapeutischen Handelns, der neue Wege zum Verständnis weitverbreiteter Störungen eröffnet.

Das Buch ist ein in die Znkunft reichender Ansatz, der aufgrund differenzierter Kenntnis der Krankheiten die Innenwelt der Patienten in erlebnisnaher Begrifflichkeit erfaßt und darstellt. Die Autoren eröffnen zahlreiche Einsichten in die Struktur und Bedeutung des Krankheitsgeschehens und bieten gezielte therapeutische Handlungsmöglichkeiten, die auf das spezifische Verstehen einer Störung abgestimmt sind. Dieses Buch ermutigt auch bei schweren Krankheitsbildern zu geduldiger, realistischer therapeutischer Arbeit. Es fördert so die Bereitschaft, sich auf die Innenwelt des Klienten und deren Veränderungsmöglichkeiten einzulassen.

Unrealistische Heilungsversprechen werden dabei nicht gegeben, wohl aber Wege gezeigt, um die Grenzen therapeutischen Tuns immer weiter hinauszuschieben. Diese Zielsetzung entspricht insofern der Überzeugung der Autoren, als der Handlungs- und Wissenschaftsbereich Psychotherapie erst am Anfang seiner Entwicklung steht.

Gleichzeitig können die Studien auch als Lehrbuch dienen. Sie geben allen Berufsgruppen, die in ihrem Alltag mit Schizophrenie, Depression oder Psychosomatik zu tun haben, eine Möglichkeit an die Hand, einen Einblick in die Welt psychisch gestörter Menschen zu bekommen und die auf sie bezogene konkrete Anwendung des klientenzentrierten Konzeptes kennenzulernen. Alle 3 Hauptteile sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.


Inhalt:

1. Schizophrene Ordnung

- Therapeutische Grundorientierungen

- Konkret praktische Beschreibung der Rahmenbedingungen

- Störungsspezifische Defizite

- Exkurs über Symbiose

- Symbiose in schizopräsenten Familien

- Das Nähe-Distanz-Problem

- Die mangelnde Ich-Abgrenzung

-Die Macht-Ohnmachtproblematik

- Das Hierarchisierungsdefizit und das Zeiterleben

- Abschließende Betrachtung klientenzentrierter Psychotherapie bei Schizophrenen


2. Psychosomatisches Erleben

- Theorie

- Grundstrukturen

- Uber asymbiotische Nähe


3. Depressives Leiden

- Eigene Erfahrungen mit der Unzulänglichkeit unmittelbarer Einfühlung in die emotionale Befindlichkeit von Moment zu Moment

- Diskrepanz zwischen emotionalen Erlebnisinhalten und Bedürfnissen einerseits und normativer Wertwelt andererseits bei depressiven Patienten

- Fremdbestimmung

- Depressive Unveränderlichkeit

- Bedeutungen für das Therapeutenverhalten

- Vergleichende Wahmehmung und depressive Ich-Schwäche

- Therapeutische Handlungsmöglichkeiten

- Depressive Ich-Schwäche als Folge der Ambivalenz zwischen Abhängigkeitswünschen und Autonomiestreben

- Grundsätzliche Prionät der Beziehungsebene als gelernte Überlebensstrategie zur Erhaltung von Basisharmonie

- Der Wunsch nach und der Anspruch an die eigene Verwirklichung überhöhter moralisch ethischer Forderungen bedingen Orientierungslosigkeit in der Einschätzung der Bedürftigkeit anderer

- Das voluntative Defizit

- Erfahrungen von Überforderung

- Omnipotenzansprüche und Omnipotenzpflicht

- Das rigide Entweder-Oder im Erleben

- Aspekte von strukturellem Verstehen und spezifischer Wahrnehmung

- Die zentrale Bedeutung des voluntativen Defizits bei der Behandlung von depressiven Störungen

- Voluntatives Defizit und aggressive Regression


Die Autoren

Ute Binder und Dr. Johannes Binder arbeiten seit 25 Jahren in einer psychotherapeutischen Gemeinschafispraxis in Frankfurt am Main. Ihr psychotherapeutisches Engagement und ihr wissenschaftliches Interesse richtet sich vor allem auf die Arbeit mit Schwergestörten und Randgruppen. Sie haben, teilweise auch in Zusammenarbeit mit anderen Autoren,mehrere Untersuchungen veröffentlicht.


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