Martina Born
Selbstmord@Internet
Beiträge und Hintergründe
Jugendliche melden sich zu Wort

1. Auflage 2005, 250 Seiten, kartoniert
12,80 ¤
ISBN 3-88074-475-0



Dieses Buch nimmt die hochaktuelle kontroverse Debatte um die Suizidforen auf und bietet dabei außerdem eine umfassende Einführung in das Thema Suizidalität.

Während in der Presse und psychiatrischen Fachzeitschriften überwiegend die  möglichen Gefahren, die von Suizidforen ausgehen können, hervorgehoben werden, wird hier deutlich gemacht, welche positiven Aspekte die Kommunikation in einem solchen Forum für die Nutzer haben kann. Das Besondere an dem vorliegenden Werk ist, dass im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen zu diesem Thema hier nicht über die Betroffenen geredet wird, sondern dass sie selbst zu Wort kommen. So wird die Motivation derjenigen, die für die Organisation des Forums zuständig sind, durch eigene Stellungnahmen ausführlich dargestellt, wobei besonders ihr hohes Engagement spürbar wird. Lebensgeschichten, die von einigen Nutzern für dieses Buch geschrieben wurden, vermitteln ein Bild davon, welche Gründe Jugendliche und junge Erwachsene haben, Kontakte in einem solchen Forum zu suchen. Die extremen psychischen Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, werden hierbei besonders eindringlich vermittelt.

Anhand von Forenbeiträgen der Nutzer wird auch das Phänomen Suizidalität aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Angesprochen werden dabei sowohl ethisch-religiöse Aspekte als auch konkrete Bereiche der Lebenswelt der Jugendlichen, wie z.B. der Umgang mit Suizidalität in der Schule oder das Erle-ben von Liebe und Partnerschaft. Verschiedene Theorien zur Suizidalität werden ausführlich und leicht verständlich dargestellt. Damit bietet sich all denjenigen, die mit Suizidgefährdeten privat oder beruflich zu tun haben, hier die Gelegen-heit, ein solides Grundlagenwissen zu erwerben. Auch werden einige gefährliche Missverständnisse und Vorurteile in Bezug auf Suizidalität ausgeräumt, was einen kompetenteren Umgang mit der Problematik ermöglicht. Besonders her-ausgearbeitet wird die Bedeutung einer umfassenden Suizidprävention und einer besseren Kommunikation zwischen Suizidgefährdeten und ihrer Umwelt.

Da zu allen angesprochenen Facetten von Suizidalität Beiträge der Jugendlichen aus dem Forum zitiert werden, wird dem Leser ein tiefer Einblick in suizidales Erleben aus Sicht der Betroffenen ermöglicht. Dieses Buch vermittelt daher nicht nur wichtige fachliche Informationen, sondern es ermöglicht außerdem auch Menschen, die Suizidalität aus eigener Erfahrung nicht kennen, einen emotionalen Zugang zu der angesprochenen Thematik zu finden.

Aufgrund der leicht verständlichen Sprache und der fesselnden Darstellungen der Jugendlichen eignet sich das Buch für eine breite Leserschaft. Zielgruppen sind sowohl Betroffene und Angehörige, als auch Lehrer und Laienhelfer, Sozialarbeiter, psychiatrisches Fachpersonal und ambulante Psychotherapeuten.

Über die Autorin:

Martina Born, geboren 1960, studierte Erziehungswissenschaft und Theologie in Hamburg.
Die Autorin ist selbst Betroffene und war im Umfeld von Familie und Freundeskreis häufig mit Suizidalität konfrontiert. Durch die intensiven Kontakte im Suizidforum www.selbstmordgedanken.info, die während der Arbeit an dem vorliegenden Buch zustande kamen, konnte sie ihr Verständnis für suizidales Erleben vertiefen und selbst von dem Austausch mit anderen Forenteilnehmern profitieren. Ihr Anliegen ist es, aus Sicht der Betroffenen über Suizidalität aufzuklären und möglichst vielen Berufsgruppen und interessierten Laien diesbezüglich Fachwissen zu vermitteln. Die Basis für eine erfolgreiche Suizidprävention sieht sie in einer soliden Grundlagenforschung und gezielten Aufklärung der Öffentlichkeit. Zurzeit arbeitet Frau Born an einer Dissertation über Kommunikation in Suizidforen.



Inhaltsverzeichnis:

 

1. Anliegen des Buches…………………………………...

 2. Suizidforen im Internet………………………………...

 3. Suizidalität bei Jugendlichen…………………………..

 4. Suizidprävention: Formen, Geschichte………………...

 5. Administratoren, Forenleiter und Moderatoren………..

 6. Stellungnahmen der Nutzer zu Selbstmordforen………

 7. Ambivalenz zwischen Leben und Tod…………………

 8. Beziehungen zu anderen……………………………….

 9. Gängige Thesen und Vorurteile zur Suizidalität………

 10. Möglichkeiten der Hilfe bei Suizidalität……………...

 11. Glaubens- und Sinnfragen…………………………….

 12. Wer sind die Nutzer?....................................................

 13. Abschließende Betrachtungen………………………..

 14. Glossar………………………………………………..

 15. Beratungsstellen und Krisendienste…………………..

 16. Literaturverzeichnis…………………………………..

 

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Immer enger wird mein Denken,

immer blinder wird mein Blick.

Mehr und mehr erfüllt sich täglich

mein entsetzliches Geschick.

 

Kraftlos schlepp ich mich durchs Leben,

aller Lebenslust beraubt,

habe Keinen, der die Größe

meines Elends kennt und glaubt.

 

Doch mein Tod wird euch beweisen,

dass ich jahre -, jahrelang

an des Grabes Rand gewandelt,

bis es jählings mich verschlang.

 
             Unbekannter Autor,  zitiert nach Ringel, E.: Selbstmord  - Appell an die anderen (1986)