Erwin Ringel  
Selbstschädigung durch Neurose
Psychotherapeutische Wege zur Selbstverwirklichung
Neuausgabe 2. Auflage 2006,  272 S. kart., EUR 17,80
         ISBN 3-88074-465-3

                                      

Das vorliegende Buch stellt die Neurosenlehre Erwin Ringels dar. Dieser Klassiker der psychoanalytischen Literatur besticht durch die Praxisnähe und Verständlichkeit seiner Darstellung. Für alle jene, die sich selbst und die inneren Beweggründe des menschlichen Verhaltens genauer begreifen möchten, bietet das Buch einen ausgezeichneten Zugang zur Tiefenpsychologie.


Vorwort zur Neuauflage 2004:

Zwei Momente drängen sich dem Leser dieses Buches auf. Erwin Ringel war -ist- einer der wenigen tapferen Verfechter des Begriffes Neurose, der heute in viele Teile zerlegt - Angst­syndrome, Zwangssyndrome, somatoforme Syndrome, etc. - ­seine geballte diagnostische wie therapeutische Herausforde­rung eingbüßt hat. Das Verständnis und den Mut zu dieser globalen Sicht hat Ringel aus der engen Beziehung von Neu­rosen zu gesellschaftlichen Fehleinstellungen gewonnen. Nicht nur die Verflochtenheit einzelner  neurotischer  Symptome und Neurosenformen untereinander, sondern auch die Perma­nenz und ,Vererbung' (Weitergabe) neurotischer Manifestati­onen über Generationen hinweg, einschließlich der Abwehr­mechanismen neurotischer Konflikte und neurotischer Störun­gen in der Gesellschaft, mögen Erwin Ringel dazu maßgeblich bewogen haben. Die Vielgestaltigkeit, die oft wechselnde, symptomatische Ausgestaltung einzelner Angst-, Zwangs- und somatoformer Störungen und ihre Abhängigkeit von einander bringen neuere Einteilungs- und Klassifikationsversuche oft eher in Schwierigkeiten und zum Scheitern. In dieser Haltung, die Erwin Ringel an den Tag legt, kommt ein Erbe des Autors zumVorschein. das er aus dein bewussten Erleben Wiens um die Jahrhundertwende 1900 und danach, aus dem Verständnis Mahlers und Altenbergs, und nicht nur Freuds (!) in sich wahrgenommen hat. Somit trägt Ringel eine Idee weiter, die in der psychosozialen Situation und im kulturellen Hintergrund Wiens vor mehr als Hundert Jahren ihren Ursprung genommen hat. Ringel hat in diesem Sinn Wien nie verlassen, hat mit dem Beibehalten dieser Konzeption von Neurose seiner Stadt, ihrer Geschichte und Lebendigkeit wiederum eine Aufwartung ge­macht .

Erwin Ringel geht es um den ganzen Menschen - nicht nur um den erfolgreichen, um den gewinnenden, sondern vorwiegend um den versagenden, den verzagten, sich in seiner Nieder­trächtigkeit verhadernden Menschen,  um den unvollständig Schwachen mehr als den Siegreichen.

Das ist Ringels Ausgangspunkt. Der siegreich-gewinnende Mensch war Ringel immer verdächtig. Und Ringel wollte helfen. In diesem Buch ist eine Reihe von Situationen aufgeführt, .die auf jeden von uns zutreffen können: Angst vor Prüfungen, Gedanken an Selbstmord, körperliche Funktionsstörungen, wie Erbrechen, Diarrhoe, Migräne oder Erkrankungen wie Asth­ma, Ekzeme, doch auch übertriebene Schuldgefühle und reli­giöse Irritationen.

Und Ringel verweist darauf, wie wir uns davor schützen, wie wir  uns  vor solchen  Entwicklungen  zum  Neurotisch­-Krankhaften bewähren können. Ringel hat sich zum Teil auch selbst davor geschützt. Das wird aus den Zeilen spürbar. Woll­te sich selbst nicht schädigen, hat einen Lebensstil gesucht, mit dein er auch leben - Lind überleben konnte. Ringel will uns überzeugen: Nicht zaghaft sein, nicht schwach werden, Wege suchen, die uns herausführen aus der Not der Selbstschädigung - unabhängig davon, welchen neurotischen Ursprung sie haben kann.

Es ist nicht notwendig, dass ein Therapeut alle diese Bedro­hungen, von denen hier die Rede ist, selbst an sich erfahren muss: doch um überzeugen zu können, muss er vor Versu­chungen gestanden sein, muss eigene Abgründe wahrgenommen, sich selbst immer wieder in Frage gestellt und Wege ausfindig gemacht haben, dein Dilemma zu entkommen. Rin­gel kann als Beispiel dafür dienen, wie dieses Leben trotz neu­rotischer Anfechtungen ohne Selbstschädigung bewältigt werden kann. Ringel tritt vor uns hin und beweist es mit jedem Wort - wie es ihm immer zu eigen war.

Es ist schon schwierig genug, im menschlichen Zusammenle­ben nicht andere zu schädigen - warum also sich selbst?

H.G. Zapotoczky


Inhalt:

Vorwort zur Neuausgabe                                                                                           9
Vorwort                                                                                                                          11
Erstes Kapitel
Das Wesen der Neurose                                                                                           15
Z
weites Kapitel
Die Entstehung der Neurose                                                                                   35
Drittes Kapitel
Die Formen der Neurose                                                                                          71
Viertes Kapitel
Vom Über-Ich zum personalen Gewissen                                                          109
Fünftes Kapitel
Psychosomatische Erkrankungen                                                                       129
Sechstes Kapitel
Die Neurose der Selbstvernichtung und das Selbstmordproblem              155
Siebentes Kapitel
Am Beispiel der Prüfungsneurose - der Mensch als sein eigener Feind    189
Achtes Kapitel
Psychotherapie heute                                                                                              199
Neuntes Kapitel
Probleme zwischen Psychotherapie und Religion                                          231
Zehntes Kapitel
Kriterien eines seelisch gesunden Glaubens                                                    253
Literaturverzeichnis                                                                                                  265

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